Der Autor widmet diesen Roman Allen, die daran interessiert sind, Einzelheiten über UNITED-FREE-ISLANDS zu erfahren!

Reisen Sie einfach mit! Es kostet Sie keinen Cent! Der Autor übernimmt auch sämtliche Steuern und sonstige Abgaben!


Die letzte Reise zum Mars



Marvin starrte auf den Startknopf des Bildschirms des Raumschiffes, während Jurina die Funktionalität der Start-Landesysteme überprüfte.

Startbereit! Meldete Jurina mit einer ruhigen und gleichzeitig auch etwas aufgeregten Stimme.

Marvin schaute ihr tief in die Augen und fragte sie:

Sollten wir doch nicht lieber hier bleiben, um von den letzten Tagen und Stunden der Erde berichten zu können? Wenn auch wir jetzt die Erde verlassen, gibt es keine Möglichkeit mehr für die Menschheit zu erfahren, was in der letzten Phase des Untergangs der Erde geschah. Wenn wir aber bleiben, könnten wir alles dokumentieren und alle Datenträger mit Raumkapseln in den Weltraum und zum Mars senden. Wir Menschen haben die Erde zum Kollaps gebracht und egal wo wir leben, dasselbe wird auch dort passieren. Ich habe gestern mitbekommen, dass man auch auf dem Mars etwas Ähnliches wie Steinkohle gefunden und dass man schon das erste Kohlekraftwerk gebaut und auch schon in Betrieb genommen hat.

Wir haben doch so lange darüber diskutiert Marvin, erwiderte Jurina.

Die Menschheit hat es nicht verdient, dass ich mich für sie opfere. Nichts wie weg hier! Wieso sollten wir unser Leben opfern, wenn die verantwortlichen Politiker nicht in der Lage waren und sind, eine Weltordnung zu schaffen, die umweltfreundlich und lebensfördernd ist? Lass uns von diesem Drecksplaneten abhauen Marvin! Auf dem Mars wachsen schon Erdbeeren.. Ach ich liebe Erdbeeren..

Ha Ha Ha... Auf dem Mars werden sie aber nicht Erdbeeren, sondern Marsbeeren genannt sagte Marvin und klickte auf dem Startknopf!

Jurina notierte in ihr Tagesbuch: 19. Juni 3338 - Start zum Mars.

Das Projekt Marsansiedelung sollte im Jahr 1961 begonnen haben, sagte Marvin. Und nur dank einem Mann, der begonnen hat, an dem Bau von schwimmenden Inseln zu arbeiten, wo Lebensräume entstehen sollten, konnte man eines Tages das Projekt Marsansiedelung umsetzen und wir zwei schließen jetzt das Projekt ab.

Im Jahr 2061 waren schon 40 % des Festlands verbrannt und verwüstet, im Jahr 2161 waren es schon 70% und im Jahr 2222 war das Festland eine komplette Wüste! Zum Glück wurde der Bau von Inseln für UNITED-FREE-ISLANDS irgendwann auch durch Investitionen der Militärindustrie beschleunigt, nachdem im Jahr 2161 allen klar geworden war, dass die einzige Überlebenschance der Menschen, auf dem Wasser der Meere sein wird. Ich habe auch eine Statistik über die Zahl der beschäftigten Menschen in der Militärindustrie gefunden. Im Jahr 2000 waren ca. 9% der Weltbevölkerung, direkt, oder indirekt, in der Militärindustrie beschäftigt, im Jahr 2050 waren es schon 19%, im Jahr 2100 22%, im Jahr 2150 24% und im Jahr 2200 48%. Die Militärindustrie war schon immer der größte Arbeitgeber, aber im Jahr 2200 war die Militärindustrie der einzige Arbeitgeber und mehr als 80% der Arbeitsplätze wurden auf den Inseln geschaffen, die von UNITED-FREE-ISLANDS zur Verfügung gestellt wurden. Damit war eigentlich UNITED-FREE-ISLANDS, der größte Arbeitgeber weltweit.

Was ist denn UNITED-FREE-ISLANDS? fragte Jurina.

So hat der Mann damals sein Projekt genannt. Das must Du Dir vorstellen können. Damals gab es verschiedene Herrscherstrukturen. Es gab Länder, die von Königen regiert wurden. Es gab Länder, die von Diktatoren regiert wurden. Und es gab Länder, die von Politikern regiert wurden, dessen Parteien demokratisch, von den Bürgern, gewählt wurden.

Viele machtbesessene Könige, Diktatoren und demokratisch gewählten Politiker, wollten aber unbedingt über die Länder und die Bürger herrschen und ihre eigenen Interessen durchsetzen. Sie alle betrieben kriegsfördernde, umweltzerstörende und menschenverachtende Politik. Damals hat man Zahlungsmittel bzw. Zahlungsinstrumente eingeführt, die man haben müsste, um Etwas erwerben zu können. In manchen Ländern gab es Zöllner und in den demokratisch regierten Ländern gab es Finanzämter, die von jeden Bürger, Zölle bzw. Steuern kassiert haben. Es gab auch viele private Organisationen, die so eine Art Zölle bzw. Steuern kassiert haben. Diese Organisationen nannte man Mafia. Die Menschen lebten also immer in Abhängigkeit von diversen Herrscherstrukturen.

Dann kam aber eines Tages der Typ und kündigte an, dass er an der Erschaffung eines Kontinents auf dem Wasser der Meere arbeitet.
Die gegenseitige Unterstützung, sei die Basis aller Dinge und Freiheit und Unabhängigkeit für alle sei garantiert.

Bis auf die vereinbarten Provisionen untereinander, sollte es keinerlei weiteren Verpflichtungen geben. Keine Zölle, keine Steuern und auch keine Finanzämter bzw. Mafias. Jeder, der Unterstützung von Anderen in Anspruch genommen hat, sollte auch selber bereit sein, Andere zu unterstützen. Es gab eine Verdienstobergrenze und sämtliche Einnahmen darüber hinaus, sollten für den Bau von schwimmenden Inseln investiert werden. Nur durch diese ein paar Regeln ist es ihm gelungen, dass eines Tages genügend Kapital generiert werden konnte, um den Bau der ersten Insel finanzieren zu können. Wer in dem Verbund blieb, der hatte kein großes Vermögen aufbauen können, aber er hat ein erfülltes Leben führen können, weil er Inseln für Andere, die seine Unterstützung in Anspruch genommen haben, bauen konnte, die sich dafür auch ihrerseits verpflichtet haben, selber andere zu unterstützen usw.. Dadurch entstand eine Spirale des friedlichen Zusammenlebens und der Kreis wurde nie geschlossen, bis das Jahr 2222 kam.

Warum denn das? Was geschah 2222? Fragte Jurina verwundert.

Tja, das wirst Du mir nicht glauben, wenn ich Dir sage, dass unsere Herrscher, die damaligen Militärs waren und sie haben im Jahr 2222 alle Inseln von UNITED-FREE-ISLANDS gewaltsam eingenommen und besetzt. Und da es zu dieser Zeit keine politischen Organisationen und Institutionen mehr gab, war das ein leichtes Spiel! Der Name UNITED-FREE-ISLANDS wurde auch von allen Datenträgern gelöscht und durch den uns heute bekannten Namen UNITED-MILITARY-ISLANDS ersetzt.

Was? Die Militärs haben damals so was getan? Unterbrach ihn Jurina wütend und aggressiv. Aber das hätten Sie doch nicht nötig gehabt! Sie könnten ja einfach Unterstützung von UNITED-FREE-ISLANDS in Anspruch nehmen und sich auch selber dazu verpflichten, Unterstützung zu leisten. Das war doch das Prinzip, das gut funktionierte, oder nicht? Die Erde war doch schon vollständig verwüstet, sagte Jurina und verlor für einen Moment ihre Stimme, während sie dabei in Tränen ausbrach!

Ja! Die Erde war schon vollständig verwüstet... murmelte Marvin vor sich hin, dann zog er tief Luft ein, lies sie langsam wieder raus, schnallte sich von seinen Sitz ab und schwebte langsam zu Jurina, die ihn mit einem so enttäuschten und wütenden Gesichtsausdruck anschaute, dass er für einen Moment gedacht hat: Oh Gott, diese Frau könnte bestimmt Berge versetzen, wenn man sie herausfordert, und in dem gleichen Augenblick streckte Jurina ihre Arme in die Richtung aus, von der Marvin zu ihr schwebte, und bei der ersten Berührung, zog sie ihn zu sich und drückte ihn so fest an sich, dass er sie bitten musste, ihn los zu lassen, da er sonst nicht mehr atmen konnte. Sie lies ihn los, schnallte sich auch von ihrem Sitz ab und beide schwebten für eine sehr lange Zeit umarmt in dem Raum herum ohne ein Wort zueinander zu sagen.

Es gibt vieles, was mich abstößt und was gegen eine Zugehörigkeit zu UNITED-MILITARY-ISLANDS spricht, sagte Marvin. Deswegen wollte ich auf der Erde bleiben und über alle Machenschaften der Menschen auf der Erde berichten und die Informationen von der Erde aus in den Weltraum und zum Mars senden. Aber wir werden jetzt trotzdem einiges erreichen, wenn wir es schaffen würden die Informationen so zu verschlüsseln, dass sie von jedem Datenempfänger gelesen werden können.

Jurina unterbrach ihn plötzlich und fragte:

Woher hast Du die ganze Informationen Marvin? Sind sie wahrhaft? Das könnten doch auch Fake News sein! Ich erinnere mich jetzt, irgendwo gelesen zu haben, dass es in den Jahren zwischen 2000 und 2050 so viele gefälschte Informationen gab, die in den Sozialmedien veröffentlicht wurden, dass irgendwann niemand mehr wusste, was wahr und was Lüge war! Ich habe Zweifel, dass die Millitärs damals so etwas getan haben! Wir müssen sehr vorsichtig sein, denn, wenn das alles nicht stimmt, würden wir sehr vielen Menschen unrecht tun!

Nein Jurina.. sie sind nicht Fake News!... Das habe ich auch am Anfang gedacht! Ich habe aber Datenträger gefunden, wo alles von Überwachungskameras erfasst wurde und dazu wurden mehrere Verhandlungen mit Admirälen und Generälen der Armee aufgenommen.
z.B. mit Admiral Maruel Falkstoun und mit General Donk Trap. Nach genaueren Recherchen habe ich auch zahlreiche Dokumente gefunden, die alles belegen. Ach Jurina! Mir wäre es lieber, wenn es Fake News wären, aber leider sind sie es nicht! Siehe hier, das ist ein Video, dass die Eroberung der Inseln dokumentiert! Grausam und abstoßend! Eine Schande für die Menschheit!

Du meine Güte! Das ist ja...! Neinnnn.........! Puhhhhh....! Mach es aus! Das kann ich nicht se...brrrrr!

Innerhalb der nächsten 2 Tagen kotzte Jurina ununterbrochen und Marvin versorgte sie dauernd mit Beutel. Sie kotzte sich wortwortlich die Seele aus dem Leib und das immer wieder und immer wieder und war wie stumm! Kein einziges Wort kam 2 Tage lang aus ihrem Mund! Wenn sie nicht brach, starrte sie einfach vor sich hin, ohne jegliche Regung. An dem Morgen des dritten Tages, als sie aufwachte, sprach sie aber wieder und das erste was sie sagte war:

Ich habe eine Idee Marvin!

Ich kenne Dich schon so lange und jetzt weiss ich, was Dich schon immer so stark betrübt hat!... Unsere Reise zum Mars dauert 4 Monate! Wir könnten die Zeit dafür nutzen, über unsere Nachrichtensender auf dem Mars zu berichten und alle Dateien, über die Du verfügst, dort zu veröffentlichen! Das wird uns sicherlich Unannehmlichkeiten bereiten und wahrscheinlich werden wir festgenommen und eingesperrt, wenn wir dort ankommen, aber mir ist es egal was mit mir noch passieren wird! Ich möchte, dass Du von dieser Last erlöst wirst.

Das wäre nur dann möglich, wenn Du Dich da raushältst Jurina, - unterbrach Marvin. Ich übernehme die volle Verantwortung für alles... Mein Leben hier auf dieser Welt hängt sowieso davon ab, wann der Tumor in meiner Lunge bösartig wird. Heute oder Morgen, es spielt für mich keine Rolle. Wenn Du damit einverstanden bist, bin ich bereit, mit der Datenübertragung zu beginnen.

Ah Marvin! erwiderte Jurina.. Ich habe schon so viel in meinem Leben erlebt! Ich bin vollkommen zufrieden und kann ohne Weiteres auf ein langes Leben im Alter verzichten! Es wäre für mich eine große Ehre, wenn Du mich integrieren und als Mitarbeiterin ankündigen würdest! Ich möchte dabei sein! Es soll eines Tages in den Datenträgern stehen; Marvin 24-789 und Jurina 28-777 haben die Machenschaften des UNITED-MILITARY-ISLANDS enthüllt und durchleuchtet, bevor ihr Raumschiff bei der Ankunft auf dem Mars abgeschossen wurde...Lass uns gleich damit beginnen Marvin... Auch ich selber kann es kaum erwarten, die ersten Informationen zu erfahren!

OK Jurina! Siehe hier in diesem Datenträger, was ich alles über UNITED-FREE-ISLAND gespeichert habe. Der Typ hat damals brisante Informationen, über technische Neuheiten in dem Bereich der Energieerzeugung gewusst. Er hatte aber keine Chancen gehabt, diese Informationen zu vermarkten, weil die mächtigen Konzerne es nicht zulassen würden, dass er die Gewinne bei der Vermarktung bekommen würde. Deswegen hat er alle wichtigen Informationen bis zu der letzten Stunde seines Lebens geheim gehalten. Erst einen Tag vor seinem Tod, hat er diese Informationen an einen Afrikaner namens Matru Maguru weiter gegeben. Vorher hat er ihn über mehrere Jahre auf diesen Moment vorbereitet. Er hat ihm mehrmals seinen Vermarktungskonzept Schritt für Schritt erklärt und dabei alle möglichen Szenarien berücksichtigt.

Dann war es irgendwann so weit! Eines Abends, genauer gesagt am 22. Mai 2038, hat er ihn zu sich in seine Kajüte gerufen und ihm mitgeteilt, dass er ihm jetzt die geheimen Informationen verraten wird und dass er danach endgültig in dem wohlverdienten Ruhestand gehen würde. Er hat ihm ein Heft mit Skizzen und Beschreibungen gegeben und hat ihn aufgefordert alles zu studieren und das was er verstanden hat, sofort zu vernichten.

Woher kennst Du diese Details Marvin? unterbrach ihn Jurina.

Tja, auch das wirst Du nicht für möglich halten, aber dieser Herr Maguru, hat ein digitales Tagebuch geführt und hat auch seinen Nachfolger damit beauftragt, dies zu tun. Ich habe die Tagebücher gefunden und ich habe sie 20 mal gelesen!

OK, OK... erzähl weiter! Was geschah dann? Wie hieß denn der Mann von dem Du erzählst?

Das steht leider nirgends! Er hat alle Spuren, die zu ihm führen vernichtet! Herr Maguru hat aber wenigstens den Namen Zaro in seinem Tagebuch ein einziges Mal aufgeschrieben und das war an dem Morgen nach der Offenlegung der Informationen, wann er ihn tot in seinem Bett gefunden hat. Da schrieb er in seinem Tagebuch: Leb wohl lieber Zaro und auf Wiedersehn in dem nächsten Leben! Du wirst mir sehr fehlen, aber um so größer die Freude, wenn ich in dem Himmel wieder in Deiner Nähe sein darf!

Puh ... komischer Abschied! Unterbrach Jurina. Aber ich habe irgendwo gelesen, dass es früher Menschen gab, die an einen Schöpfer von Himmel und Erde geglaubt haben und an einem Leben nach dem Tod in diesem Himmel... So ein Blödsinn!

Nein Jurina! Erwiderte Marvin. Sie nannten sich Juden und diesen Schöpfer nannten sie Gott! Du wirst mich für verrückt halten, aber seit ich mich mit dieser Sache beschäftige, spüre ich Etwas Ungewöhnliches in mir! Etwas das mich ständig begleitet und mir immer wieder Kraft gibt weiter zu machen, weiter zu leben und nicht aufzugeben! Ich vermute, dass es sich um diesen Schöpfer handelt, den sie damals Gott nannten! Ich konnte es nicht glauben, aber es ist wahr Jurina! Er ist es! Ich bin mir absolut sicher! Nichts geht verloren auf unserer Welt. Alles wird von einem Zustand in einen anderen umgewandelt! Nur der Schöpfer bleibt für immer derselbe und verändert sich nicht, weil er vollkommen ist!

Ach Marvin, hör auf! Du bist da reingefallen in diesen Blödsinn! Das haben die Menschen früher Religion genannt! Glaube an Geister und was weiß ich alles! Früher gab es viele Menschen, die Opfer von Religionen geworden sind! Lass das bitte sein! Irgendwann gab es einen Jesus Christus, der sich als der Sohn Gottes erklärt hat und später wurden irgendwelche religiösen Bücher verfasst, die als heilige Schriften galten und alle, die an ihn glaubten sollten in den Himmel kommen und lauter so einen Kram. Diese Religion nannten sie Christentum und die gläubigen Menschen nannten sie Christen. Das alles ist doch absolute Idiotie! Nur bekloppte Menschen können da rein fallen Marvin. Du bist doch nicht bekloppt. Oder?

Ach Jurina, ich würde es so gerne sein lassen, aber wie erklärst Du Dir die plötzliche Verschiebung des Marses um 25 Millionen Kilometern in Richtung der Sonne vor 20 Jahren. Die Temperaturen auf dem Mars sind seit dem von – 80 Grad im Durchschnitt auf + 15 Grad im Durschnitt gestiegen. Ohne diese Verschiebung wäre es nicht möglich, dass man auf dem Mars leben kann und dass diese Umsiedlung stattfinden konnte! Und anstatt 7 brauchen wir jetzt nur 4 Monate für die Reise zum Mars. Und auch die Bepflanzung und die Gewässer auf dem Mars, die sich erst nach der Verschiebung des Planeten gebildet und vermehrt haben. Und die Atmosphäre, die sich dort plötzlich gebildet hat. Und die vielen Tiere, die dort vorgefunden wurden. Wer sollte, oder könnte so etwas schaffen? Es gibt ihn Jurina! Ich bin mir absolut sicher! Ich spüre ihn in mir! So beschreiben das auch alle Nachfolger von Zaro, aber wie auch immer! Möchtest Du wissen, wie es weiter ging oder nicht?

O ja! Das möchte ich! Und danach möchte ich aber auch etas mehr über dieser Schöpfer erfahren! Erzähle weiter Marvin! Ich glaube, ich sollte da einen Roman daraus verfassen!

Na gut! Auf jeden Fall hat Herr Maguru 8 Jahre danach im Jahr 2046 ein Fluggerät nach den Skizzen und den Beschreibungen von Zaro gebaut, mit dem man aus eigener Kraft starten und fliegen konnte. Man hat nur bei dem Start seine ganze Kraft einsetzen müssen. In der Luft konnte man mit sehr wenig Krafteinsatz beschleunigen und für eine sehr lange Zeit in der Luft bleiben. Ich habe ein Video davon. Man sieht wie sich verschiedene Klappen immer wieder öffnen und schließen. Ich glaube dass man den Luftwiederstand dafür genutzt hat, um verschiedene Kräfte so umzulenken und umzuleiten, dass sowohl der Aufrieb der Flügel, als auch die Beschleunigung dadurch beeinflusst werden konnte. Je höher die Geschwindigkeit wurde, um so weniger Kraft hat man für die Beschleunigung benötigt. Es gab Informationen über einen kritischen Punkt der erreicht werden sollte. Danach sollten sich die verschiedene Kräfte gegenseitig neutralisieren und damit wurde die endgültige Leistungsfähigkeit des Fluggeräts erreicht. Das erklärt, die Tatsache, dass es Vögel gibt, die tausende Kilometer weit fliegen können und dabei sehr wenig oder kaum Energie verbrauchen.

Wow! Das muss für die Wissenschaftler eine Sensation gewesen sein! Unterbrach Jurina und hob ihre Hände zur Seite und schlug nach oben und nach unten, als hätte sie Flügel und würde fliegen.

Ja! Das war sensationell, aber Herr Maguru hat das ganze Gerät nach den Tests auseinander gebaut und alle Teile einzeln im Meer versenkt. Er hat Niemandem die Einzelheiten verraten! In seinen Tagebuch hat er aber den folgenden Vermerk notiert: Beschleunigung in der Luft erreicht man durch die An- und Umspannung der Flügelsehnen vor der Änderung des Umschwungs der Kräftewirkung (Verfahren 2011-02-03-02), durch die Neutralisierung des Luftwiderstandes, in dem die Hauptachse der Flügel um --° in Richtung des Auftriebs gedreht wird (Verfahren 2011-05-03-09) und durch die Anwendung von Magnetismus (Verfahren 2012-02-18-02). Alle Informationen über die Verfahren wurden leider nach dem Tod von Mr. Maguru vernichtet!

Schade, dass sie alles so geheim hielten? Unterbrach Jurina. Ich würde so gerne aus eigener Kraft über das Wasser fliegen und beobachten, wie die größeren Fischen die kleineren Fischen jagen!

Ha ha ha.. Marvin brach in Lachen aus und wiederholte was Jurina gerade über die Jagd von kleineren Fischen gesagt hat: Kleinere Fische jagen, was? Ha Ha Ha...

Zaro hat die Inseln so konstruiert, dass es unter den Inseln Labyrinthe gab, wo sich mit der Zeit Korallen und kleinere Fische angesiedelt haben.

Ach schade, dass ich nicht zu dieser Zeit dort gelebt habe, unterbrach wieder Jurina. Ich esse so gerne frischgefangene kleinere Fische, die an einem Stück zusammen mit dem Kopf gegrillt wurden.

Ha Ha Ha... Marvin brach erneut in Lachen aus, aber gleich danach wurde er sehr ernst. Sei vorsichtig damit Jurina! Zaro hat die Ansiedelung von kleineren Fischen nicht dafür vorgesehen, dass sie von den Insulanern gefangen und gegessen werden, sondern er hat das deswegen getan, um dadurch größere Fische zu den Inseln zu locken, die diese kleineren Fische, die dort lebten, jagen wollten. Dann wurden die größeren Fischen, von den Insulanern gefangen und gegessen oder verkauft. Die kleineren Fische, wurden also als Lockmittel eingesetzt, um die größeren Fische zu fangen. Aber es gab sicherlich auch genug kleinere Fische, die man auch fangen und essen dürfte. Auch Du hättest sicherlich ab und zu welche fangen und grillen können. Die größeren Fischen brachten aber mehr Geld ein, dass man für den Bau von Inseln brauchte. Und Übrigens, das war eigentlich auch das Prinzip bei der Ansiedelung der Inseln mit Emigranten und bedürftigen Menschen. Es wurden viele Emigranten aber auch viele arme, sozial schwache und hilfsbedürftige Menschen aus Europa angesiedelt. Es wurden sowohl Ausbildungsstätten, für die Ausbildung der Insulaner in verschiedenen Berufen, als auch Fischerei- und Touristikbetriebe auf und ausgebaut. Es wurden auch Turme gebaut, wo man riesige Mengen Gemüse produzieren konnte. Damit und dadurch konnte man vermögendere und reichere Menschen locken, die viel Geld investiert haben, um ihr Geld von der Entwertung des Geldes auf dem Festland retten zu können. Auf dem Festland lag die Inflationsrate zwischen 2 und 18% und die Kapitalrendite, die man bei Investitionen auf den Inseln erzielen konnte lag bei 0,1 – 0,2%. Das reichte schon, um alle zufrieden zu stellen, denn alle bekamen dazu auch Beteiligungen an Unternehmen, die sehr rentabel wirtschaften konnten. So viel zu kleinere Fische jagen..

Ist ja gut, ist ja gut! Unterbrach Jurina. Erzähle weiter Marvin. Was geschah nachdem er die Informationen vernichtet hat? Was hatte er davon? Er konnte ja versuchen die Informationen zu verkaufen, oder wenigstens gegen Etwas zu tauschen.

Das war leider nicht möglich Jurina. Wie schon erwähnt, haben damals die Konzerne das meiste Geld kassiert und nicht die Erfinder! Die Erfinder bekamen in der Regel maximal 1% von allen Gewinnen, die von der Industrie erwirtschaftet wurden. Fast alle Erfinder verschenkten ihre Erfindungen und das Geld machten immer andere Menschen, Industrieunternehmen, Beteiligungsgesellschaften, Institutionen und Organisationen, oder die Mafia. Damals galt das Prinzip: der Stärkere gewinnt, der größere Fisch frisst die kleineren Fische usw..

Kurz nach der Vernichtung des Fluggerätes, hat aber Herr Maguru neuartige Mechanismen und Schiffsantriebe vermarkten können. Er hat komplett neue Schiffskonstruktionen und Schiffsarten nach den Anweisungen von Zaro gebaut, die viel effektiver waren, als die herkömmlichen. Die neuartigen Antriebssysteme und Mechanismen, erforderten komplett neuartige Konstruktionen der Fahrzeuge, die an die neuen Fortbewegungsmethoden angepasst werden mussten. Das musst Du Dir anschauen. Das waren damals die klassischen Varianten von Schiffen und das hier waren die neuartigen Varianten, die Zaro entwickelt und konstruiert hat. Man konnte das doppelte Gewicht mit viel geringerer Verwendung von Treibstoffen durch die Ozeane transportieren. Und das Konzept, das Zaro für die Vermarktung ausgearbeitet hat, war lückenlos. Herr Maguru hat hunderte Werften weltweit unter Vertrag nehmen können und alle waren abhängig von den Aufträgen, die er ihnen vermittelt hat. Die Vermittlungsprovision war sehr gering, aber bei jedem neuen Auftrag, haben sich die Werften verpflichtet, Teile und Komponente zu bauen und zu liefern, die für den Bau von schwimmenden Inseln benötigt wurden. Die Finanzämter, die Mafia und alle anderen Abzocker, bekamen dabei keinen einzigen Cent Zölle, Steuern oder sonstige Gebühren und Abgaben. Zaro hat von Anfang an alles so strukturiert, dass nur wenn Jemand nachweisen konnte, dass er irgend eine Leistung für UNITED-FREE-ISLANDS erbracht hat, von seinen Leistungen profitieren konnte. Die Finanzämter und die sonstigen Abzocker, standen aber schon immer mit leeren Händen da, und konnten nur Leistungen vorweisen, die völlig bedeutungslos für UNITED-FREE-ISLANDS waren bzw. nutzlos waren. Alle Unternehmen konnten jeden Cent, den sie in den Bau von schwimmenden Inseln investiert haben, als Betriebskosten verbuchen, weil sich die Finanzämter verpflichten haben mussten dies zu akzeptieren, um wenigstens ein bisschen von den Aktivitäten der UNITED-FREE-ISLANDS profitieren zu können. Zaro hat sich irgendwann einen Katamaran gebaut, hat alle seine Unternehmungen auf dem Festland stillgelegt, und ist mit seinem Katamaran zwischen Valencia und Sizilien, mit Zwischenstopps in Korsika und Sardinien, gependelt. Die Finanzämter haben irgendwann rechtsverbindliche Zusagen an Zaro machen müssen, dass er künftig sowohl von der Steuerpflicht, als auch von der Zollpflicht befreit ist. Dadurch haben sie erreicht, dass er sich bereit erklärt hat, Einfluss auf seine Nachfolger zu nehmen, wenigstens etwas von den erzielten Umsätzen als Gewinn zu deklarieren und zu versteuern und nicht alles weiter in den Bau von Inseln zu investieren. Da Zaro ein unbeugsamer Rebell war, blieb den Ämtern nichts anderes übrig, außer irgendwann doch lieber mit ihm zu kooperieren, um ihn nicht ganz aus dem Territorium Europas zu verjagen. Er hatte gute Kontakte nach Panama und zu anderen Standorten, wo fast alle Politiker und Prominente ihr Geld gewaschen haben, aber er wollte sein Geld lieber auf dem Wasser der Meere waschen. Die Lieblingssprüche von Zaro waren: Last Euer Geld schwimmen, denn dann braucht Ihr es nicht mehr waschen und vor den Dieben verstecken. Und, sparst Du was, hast Du was und hast Du nichts, brauchst Du nichts! Er hat sich als deutscher Zigeuner bezeichnet, der frei und unabhängig sei wie ein deutscher Adler, der die Macht über sein Geld niemals und an niemanden abtreten würde..

Er war sehr böse, gemein und fies wie ein Biest und richtig unerträglich. Aber es gab trotzdem ein paar Menschen, die ihn, so wie er war, aushalten konnten und es gab sogar eine Frau, die ihn geheiratet hat und mehr als 40 Jahre ertragen konnte. Alle, die ihn ertragen konnten, sollten aber dies nicht aus eigener Kraft, sondern Kraft und Ausdauer von dem Schöpfer bekommen haben, um ihn ertragen und mit ihm zusammen leben zu können. Nach menschlichen Möglichkeiten war es unmöglich ihn zu ertragen und mit ihm zusammen zu leben. So etwas nannte man damals Wunder Gottes.

Ach komm Marvin! Erzähle mir mehr über Gott. Ich glaube, dass auch ich etwas in mir spüre, dass mich antreibt und mir Kraft und Mut gibt, das hier zusammen mit Dir durchzuziehen. Aber es ist nicht so, wie bei dem Zaro, sondern ich bin sehr gerne zusammen mit Dir und ich genieße jede Minute davon in vollen Zügen.

Das werde ich tun Jurina, aber zu einem späteren Zeitpunkt. Weisst Du, Gott wird sich Dir selber offenbaren und Du würdest ihn dann erkennen und würdest auch alle seine Zeichen erkennen, die er Dir im Verborgenen gibt. Er macht aus Wasser Wein, Blinde beginnen zu sehen bzw. zu erkennen und Tote macht er lebendig. Aber das Wichtigste ist, dass er für Jeden ganz individuell und in seiner Lage und Situation da ist, und ihn in seinen Wegen begleitet und ihm treu zur Seite steht und wartet, dass seine Zeit auf der sichtbaren Welt zu Ende geht, um ihn danach in seiner Herrlichkeit, in dem ewigen Leben aufzunehmen. Unser menschliches Versagen rechnet er uns nicht an und seine Liebe, seine Gnade und seine Barmherzlichkeit sind bedingungslos und grenzenlos. Aber jetzt muss ich Dir erzählen was Herr Maguru alles zu Stande gebracht hat.

Herr Maguru hatte ja auch Informationen über die Technologie und über mehrere Methoden zur Stromerzeugung, wobei man eine Megawattstunde elektrischer Energie für 20 Euro erzeugen konnte. Der Strompreis wurde aber damals an den Börsen für mehr als 70 Euro und höher gehandelt. Herr Maguru war bereit, alle Einzelheiten für eine Gesamtsumme von 15 Billionen Euro offen zu legen. Dieser Preis wurde von Zaro an Hand der Vorteile kalkuliert, die weltweit für die ökonomische Entwicklung und der Industrie der Länder, bei der Nutzung der neuartigen Technologie und Methoden zur Stromerzeugung, erzielt würden.

Um alle Informationen offen zu legen und zu vermarkten, sollte die Bezahlung der Summe gesichert werden. Aber um so ein Geschäft abzuwickeln, müsste man mit allen Ländern Verträge abschließen, in denen sich die einzelnen Ländern verpflichten müssten, eine Umsatzbeteiligung von 10% und für die Dauer von mindestens 20 Jahren zu garantieren. Alle haben dies natürlich abgelehnt. Gewöhnlich wollten alle, dass man seine Rechte auf Erfindungen durch eine Patentanmeldung schützt. Herr Maguru wusste aber, dass er dadurch alles verschenken würde, weil man nicht durch die Patentrechte, sondern durch die Vermarktung, Geld erwirtschaften konnte! Ihm war bewusst, dass ihn die Konzerne austricksen würden, denn Zaro hatte ihn für diesen Moment mehrere Jahren lang geschult und vorbereitet! Ihn reinzulegen war nicht möglich, weil er über alle Methoden und Tricks der Konzerne und deren Strategie, bestens informiert war. Zaro hat ihm auch eine Checkliste gegeben, nach der er Schritt für Schritt vorgehen musste, um den mächtigen Konzernen und den korrupten Beamten, keine Chance zu geben, ihn austricksen zu können.

Und eines Tages hat er die Vermarktungsstrategie von Zaro umgesetzt, wobei man enorme Energiemengen liefern und abrechnen konnte, ohne dass man die technologischen Einzelheiten offenlegen musste. Das Geld für den Bau von dem ersten Kraftwerk, sollten alle Inselbesitzer erwirtschaften. Alles ging am Anfang sehr mühsam und schwer. Durch Fischerei und durch Tourismus, konnte man aber schon nach 7 Jahren so viel Geld generieren, dass man eine größere und solidere Insel bauen konnte. Danach ging es sehr schnell. Eine Insel nach der anderen wurde gebaut. Und im Jahr 2055 hat man auch das erste Kraftwerk bauen können. Mr. Maguru und seine Nachfolger, haben danach alles bis auf das kleinste Detail umgesetzt und realisiert.

Das Kraftwerk wurde auf einer Insel, die sich in 5 Meilen Entfernung von dem Festland befand, gebaut. Es wurde eine Sicherheitszone von 4 Meilen um die Insel herum eingerichtet und so bald diese Sicherheitszone von Jemandem verletzt wurde, hat man das Kraftwerk gesprengt. Alle Mechanismen wurden dabei so zerstört, dass eine Rekonstruierung nicht möglich war.

Schon eine Woche nach dem Beginn der Stromlieferungen, haben sich viele Konzerne und Unternehmen, sowie auch einzelne Staaten gemeldet, die langfristige Kontrakte für die Abnahme von elektrischer Energie abschließen wollten. Danach ging es kontinuierlich nach oben! Ein Kraftwerk nach dem anderen wurde gebaut und das Beste daran war, dass alle, an die man die Energie lieferte, unter Vertrag genommen wurden. Es war vereinbart, dass die einzelnen Länder dafür haften, wenn eine Verletzung der Sicherheitszonen stattfand. Jedes mal, wenn es eine Verletzung der Sicherheitszone gab und die Kraftwerke zerstört werden mussten, haben die zuständigen Länder, alle Kosten für den Neubau der Kraftwerke übernehmen müssen. Keiner konnte sich seiner Verantwortung entziehen.

Und so lieferten die Kraftwerke von UNITED-FREE-ISLANDS fast 177 Jahre lang Unmengen an elektrischer Energie, ohne die Methode und die technologischen Einzelheiten offenlegen zu müssen. Ab dem Jahr 2161, erwirtschafteten die Nachfolger von Zaro weltweit eine Summe von mehr als 1 Million USD. pro Minute.

Nachdem aber die Militärs im Jahr 2222 die Inseln angegriffen haben, wurden sämtliche Kraftwerke gesprengt und alle Informationen wurden vernichtet. In dem Tagebuch des Nachfolgers von Herrn Maniro, Herr Fuguto, stand:

Heute dem 03. Mai 2222 wurden die Inseln von UNITED-FREE-ISLANDS von den Militärs angegriffen. Es wurde der Notfallplan wie folgt umgesetzt:

Abbruch der Stromlieferungen und Vernichtung von sämtlichen technischen Einrichtungen und Informationen. Alle Kraftwerke wurden zerstört. Beginn der Umsetzung des Plans B.

Sämtliche Projektleiter tauchen unter und agieren künftig nach den Notplananweisungen bei Invasion und Bedrohung. Aggressor nicht eindeutig identifizierbar. Es wurden Militärs der Nato, der Russen, der Chinesen, der Inder und vielen anderen Nationen gesichtet. Die Zivilbevölkerung auf dem Festland wurde von den Militärs im Stich gelassen! Alle werden in den kommenden 5 - 8 Monaten an Hunger oder an epidemischen Krankheiten vollenden.

Gott schütze die Inseln der UNITED-FREE-ISLANDS.

“Meine Güte!” unterbrach Jurina, wobei sie wieder den aggressiven Gesichtsausdruck bekam. “Das bedeutet ja, dass sich die Militärs untereinander geeinigt haben mussten, eine Gemeinschafft zu gründen, um sich zu retten und die Zivilbevölkerung haben sie einfach zurückgelassen. Und die Inselbewohner haben sie komplett ausgerottet...”

“Fast komplett!” unterbrach Marvin. “Es gab U-Boote, wo sich einige Inselbewohner retten konnten. Einige davon sind sogar schon auf dem Mars und agieren dort im Untergrund. Es hat mehr als 70 Jahre gedauert, bis sie einen Weg gefunden haben sich als getarnte Personen in UNITED-MILITARY-ISLANDS einzuschleichen. Du wirst staunen, zu was sie fähig waren und wie sie es geschafft haben, alle auszutricksen. Zaro hat sie auch für so ein Szenario bestens vorbereitet. Wie wenn er es wusste, dass dies irgendwann passieren wurde.”

“Es gibt bestimmt weitere Informationen über diesen Zaro?”, unterbrach Jurina. “Du hast doch Datenträger gefunden, in denen alle Informationen gelöscht wurden. Da gibt es bestimmt auch verschlüsselte Informationen über ihn drin, die nur von top Programmierern, die in der Lage sind, spezielle Programme dafür zu entwickeln, entschlüsselt werden könnten.”

“Ja! Vielleicht! Es gibt viele Datenträger bei denen Informationen gelöscht oder überschrieben worden sind, aber ich hatte bis jetzt keine Zeit gehabt, um mich darum zu kümmern!” erwiderte Marvin.

“Gib sie mir Marvin! Ich habe in den letzten Jahren ein Programm entwickelt, mit dem ich so gut wie alle gelöschten und auch überschriebenen Daten wiederherstellen kann.

Du weißt doch! Ich bin die Beste in diesem Gebiet!”

“Das weiß ich”, meldete Marvin mit einem strahlenden Gesichtsausdruck. “Ich habe heimlich gehofft, dass Du es mir anbieten würdest, Dich damit auseinander zu setzen! Ach bin ich froh Dich als Partner zu haben! Es ist so, wie wenn Dich Gott extra dafür erschaffen hat, eines Tages hier neben mir zu sitzen und mich zu unterstützen. Hier in diesem Koffer habe ich alle Datenträger, in denen ich keine Daten gefunden habe, aufbewahrt. Ich habe schon immer gehofft, dass es mir irgendwann gelingen wurde, die gelöschten Inhalte wieder herstellen zu können. Ran an der Arbeit Jurina! Und bitte informiere mich über jede Neuigkeit, die Du rausfindest! Ich bin absolut sicher, dass Du es schaffen wirst!”

“Klar doch Partner! Das werde ich sicherlich schaffen”, erwiderte Jurina und steckte den ersten Datenträger in den Kartenleser ihres Computers.

Jurina war als Kind ein sehr lebendiges, fröhliches und sportliches Mädchen. Auch in der Schule war sie sehr hilfsbereit und beliebt. Alle mochten sie und wollten ihre Freunde sein. Als Klassensprecherin war sie immer sehr sachlich und konkret, wodurch sie die Interessen ihrer Mitschüler bestens vertreten konnte. Das gefiel auch den Lehrern, denn in ihrer Klasse herrschte eiserne Disziplin und Ordnung. Biologie und Chemie waren ihre Lieblingsfächer und sie hat sich irgendwann für die Biologie entschieden. Später wurde sie eine sehr tüchtige Frau. Hat an verschiedenen Forschungsprojekten teilgenommen und mitgewirkt. Irgendwann war sie so begeistert von den Möglichkeiten bei der Digitalisierung von Informationen, dass sie begonnen hat, auch eigene Softwareprogramme zu entwickeln. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Entdeckungen und Arbeiten mit verschiedenen Methoden, gegen Datenklau abgesichert, aber die Häcker waren so gut, dass sie alle Verschlüsselungen knacken konnten. Jurina hat aber irgendwann eine eigene Sprache für die Kodierung und die Verschlüsselung entwickelt. Die Verschlüsselung in dieser eigenen von ihr entwickelten Sprache war so komplex, dass es unmöglich war, diese zu knacken.

Die Häcker mussten nach ein paar Jahren erfolgslosen Versuchen voll und ganz kapitulieren und Jurina beherrschte schon bald alle Server auf den Inseln der UNITED-MILITARY-ISLANDS. Sie hat alles unter ihre Kontrolle gebracht und alle waren abhängig von Ihren Softwareprogrammen und ihren Dienstleistungen als IT-Expertin. Selbst die hochrangigsten Bosse hat sie unter Druck gesetzt und sie gezwungen, mit ihr zu kooperieren und ihr alle brisanten und sogar strengst geheimen Informationen über die UNITED-MILITARY ISLANDS zur Verfügung zu stellen. In den Jahren zwischen 3300 und 3330 hat sie so viele Informationen unter Schloss und Riegel gebracht, dass sie in der Lage war, die komplette Organisation der Umsiedelung zum Mars zu steuern.

Es gibt sehr viele und spannende Ereignisse aus dem Leben von Jurina. Über einige davon wird später berichtet. Aber Eins nach dem Anderen.

(Und ganz unter uns!!! Jurina war eine von den getarnten Insulanerinnen von UNITED-FREE-ISLANDS, die auf den Inseln von UNITED-MMILITARY-ISLANDS eingeschlichen wurde.)

Aber das sollte wirklich unter uns bleiben, sonst würde die Spannung des Romans leiden! Es dauert nicht mehr lange und sie wird das Marvin mitteilen. Und keine Sorge bitte! Alles wird Bestens enden! Garantiert! Von Dramen und Tragödien habe ich die Schnauze voll! Hier wird es sicherlich ein Happy-End geben! Außer es passiert etwas ganz Unerwartetes in den kommenden Monaten bzw. Jahren, was alles so durcheinander bringen würde, dass die ganze Planung geändert werden müsste!

Marvin lag auf seinem Bett und war dabei einzuschlafen, während sich Jurina mit den Datenträgern beschäftigte. “Siehe hier Marvin, was ich gefunden habe”, meldete Jurina so laut, dass Marvin erschrak und sich in der Sekunde aufrichtete.

“Was! Was hast Du gefunden Jurina? Lass es mich bitte sofort wissen.”

“Nichts dramatisches Marvin! Beruhige Dich bitte! Die Konstruktion der Inseln, auf denen wir lebten, wurde im Jahr 2018 von Zaro entwickelt. Die Säulen, die Rippen, die Elemente und alle Komponenten, aus denen die Inseln bestanden, wurden aus unterschiedlichen Materialien gebaut. Die untere Konstruktion wurde z.B. aus Betonverbund gebaut, was die Inseln so stabil machte, dass sie unverwüstlich waren und sind. Die obere Konstruktion wurde aus GFK und anderen faserverstärkten Kunststoffen gebaut, die mit UV- und Salzwasserbeständigen Materialien beschichtet wurden. Die Inseln haben bis jetzt mehr als 1.000 Jahren gehalten und es ist sicher, dass sie locker noch mindestens 100.000 Jahren überleben werden. Wissenschaftler haben berechnet, dass sich die Erde erholen könnte, wenn ca. 90 bis 100.000 Jahre keine Menschen auf der Erde leben würden. Das Festland wäre immer noch verwüstet und weiterhin unbewohnbar, aber auf dem Wasser der Meere, würden sich riesige Gebiete bilden, wo sich Unterwasserpflanzen ansiedeln würden. Diese Unterwasserpflanzen würden sich so gut vermehren und gedeihen können, dass sie riesige Mengen an Sauerstoff produzieren würden. Dadurch würde sich auch die Atmosphäre der Erde erholen und wenn man in ca. 100.000 Jahren zurück auf der Erde kommen würde, wären die Lebensbedingungen wieder so, dass man genügend Sauerstoff zum atmen vorfinden würde. Es gibt also doch noch Hoffnung, dass eines Tages das Leben auf der Erde wieder möglich sein wird!”

“Das ist aber eine richtig erfreuliche Nachricht Jurina! Aber uns haben die Bosse mitgeteilt, dass die Erde für immer und ewig unbewohnbar bleiben würde. Welche Wissenschaftler sollen so etwas behauptet haben und wann? Von so etwas habe ich noch nie gehört Jurina.”

“Keine Sorgen Marvin! Es ist wahr! Die Militärs haben damals alle Inseln an den Nordpol gebracht. Sie dachten, dass man an dem Nordpol einfacher überleben würde, als woanders auf der Erde. Und die Insulaner, die sich damals mit den U-Booten in Sicherheit gebracht haben, schwammen zu dem Südpol. Dort bauten Sie später auch eine Stadt unter der Erdoberfläche und dort leben immer noch Menschen Marvin.”

Du meine Güte! Diese Manschen werden ja in den kommenden 20 – 30 Jahren elend sterben müssen! Die Temperaturen auf der ganzen Erde werden auf über 70 Grad steigen! Wir müssen unbedingt eine Rettungsaktion organisieren Jurina!

“Keine Sorge Marvin! Keine Sorge! Es ist alles in bester Ordnung! Es wurden Anlagen in den Meeren installiert, die den Sauerstoff aus dem Wasser herausfiltern, der zu der Stadt unter der Erdoberfläche transportiert wird. Es wurden Unterwasseranlagen für die Produktion von Gemüse und anderen Pflanzen gebaut. Wie ich schon mitgeteilt habe, gibt es auch Unterwasserpflanzen, die sich schnell vermehren und gut gedeihen. Die Erde wird geheilt Marvin! Es wird mehrere 100.000 Jahre dauern bis alle Wunden geheilt werden, aber es wird daran gearbeitet! Du kannst Dich voll und ganz auf mich verlassen Marvin! Ich bin eine von den Insulanerinnen der UNITED-FREE-ISLANDS Marvin! Das dürfte ich eigentlich nie und unter keinerlei Umständen an jemanden außerhalb der Organisation verraten, aber ich weiß, dass ich mich auf Dich verlassen kann! Du solltest das alles wissen.”

“Aber Jurina .. Wenn das .. Dann wäre ja ... Das gibst doch nicht! Marvin war perplex! Er wollte etwas sagen, aber das klappte nicht! Seine Zunge war plötzlich wie versteinert und er brachte kein einziges deutliches Wort aus seinem Mund heraus. Nach einer Weile hatte er sich aber gefangen und hatte damit begonnen, Jurina über einen Brief zu erzählen, den er von einem unbekannten Mann bekam, als er 6 Jahre alt war.”

“Als ich 6 Jahre alt war, bekam ich von einen Mann einen Brief und der Mann hat mir mitgeteilt, dass ich den Brief strengst geheim aufbewahren soll und dass ich ihn lese sobald ich lesen kann und ihn danach sofort und unverzüglich vernichten soll. In dem Brief stand, dass ...”

“Ich weiß alles Marvin!” unterbrach ihn Jurina! “Ich weiß alles was geschah! Ich weiß auch was getan werden musste, um die Militärs auszutricksen und am Leben zu bleiben! Lass uns keine Zeit verlieren Marvin! Es ist sehr wichtig, dass wir jetzt in den kommenden Tagen alles genau vorbereiten und alles präzise ausführen!”

“Wovon sprichst Du Jurina? Was sollen wir vorbereiten und ausführen?”


Marvin zurück auf der Erde

Als Marvin die Lücke seiner Rettungskapsel öffnete, traute er seine Augen nicht, was er da sah. Etwa 30 Menschen standen regungslos um die Kapsel herum und starten ihn an. Er zog nach einer Weile den Hebel für das Herablasen der Treppe und sie setzte sich langsam in Bewegung. Als sie den Boden erreichte, lief er langsam herunter und beobachtete aufmerksam die Menschen, die wie Statuen da standen, ohne jede Regung. Dann lief aber plötzlich ein alter Mann mit schneeweißen Haaren auf Marvin zu. Als er in ca. 2 Meter von ihm entfernt war, blieb er stehen und sprach ihn an, aber Marvin verstand kein einziges Wort von dem was er sagte. Dann hat er sich daran erinnert, dass ihm Jurina ein Gerät mitgab, das er für die Kommunikation mit den Insulanern benutzen sollte. Er holte es heraus, schaltete es an und richtete das Mikrofon zu dem alten Mann. Der alte Mann sprach wieder etwas und das Gerät übersetzte unverzüglich:

„Willkommen wieder auf der Erde Marvin. Wir freuen uns sehr, dass Deine Rückreise so gut geklappt hat und dass die Berechnungen für deine Landung so präzise waren."

Jetzt stand Marvin für einen Moment regungslos wie eine Statue da.

Dann sprach er in das Mikrofon:

„Woher kennen Sie meinen Namen?“

„Jurina ist meine Tochter und sie hat mich bestens und ausführlich über Dich informiert.“

„Lass uns jetzt gehen, denn hier oben atmen wir giftige Gase ein, die bis ins unser Blut Spuren hinterlassen.“

Dann winkte er mit der Hand und alle setzten sich in Bewegung.

„Geh mir einfach nach Marvin. Ich werde Dich in Deine neue Kajüte unter der Erde bringen", sagte der alte Man und lachte wie ein Dreckfresser...

Marvin war es aber nach einer ziemlich harten Landung nicht unbedingt zum Lachen. Alle Knochen taten ihm weh und das Laufen war sehr schmerzhaft. Irgendwann standen alle auf einer Plattform an der Küste und alle blieben stehen. Der alte Mann holte ein kleines Gerät aus seinen Rucksack und tippte ein paar Zahlen darin. Nach einer Weile öffnete sich eine Klappe und alle stiegen in ein kleines U-Boot, mit dem sie weiter zu der unterirdischen Stadt fuhren, wo alle Insulaner lebten. Marvin schlief sofort ein, so bald er sich auf einem Sessel hinsetzen dürfte. Als er aufwachte, befand er sich aber auf einem bequemen Bett, das in der Mitte eines großen Raumes platziert war. In dem Raum standen viele Regale voll mit Datenträgern, die genau so aussahen, wie einige von den Datenträgern, die er hatte.

„Guten Morgen Marvin!“

Marvin richtete sich auf und schaute neugierig in die Richtung, von der, die ihm bekannte Stimme kam. Dann sprang er aus dem Bett, wie wenn in dem Bett Feuer ausgebrochen wäre und stürzte sich auf die Frau, die auf einem Stuhl neben seinem Bett saß. Er ging vor Ihr auf die Knie und legte seinen Kopf auf ihren Schoss, wie er das früher, als er Kind war, tat.

„Ich dachte, Du bist auf dem Mars und dass ich Dich nie wieder sehen werde. Das ist das größte Geschenk, das mir Gott machen konnte", sagte Marvin zu ihr und danach begann er Gott zu danken. "Ach danke Gott! Du bürdest mir so viel auf, aber Du gibst mir auch Kraft es durchstehen zu können.“

„Erzähle mir bitte, wie Du es geschafft hast, hier her zu kommen, Mariete.“

„Wie hast Du es geschafft hier zu kommen Marvin?“ Manchmal sorgen Andere dafür, dass wir etwas erreichen, so wie auch wir dafür sorgen, dass Andere etwas erreichen können. So ist das Prinzip, auf dem alles bei der UNITED-FREE-ISLANDS bis heute funktioniert.

„Ich habe Dir so viel zu erzählen, sagte Marvin. Und Du wirst staunen, was alles in der Zwischenzeit passiert ist."

„Du brauchst mir nichts erzählen Marvin! Ich würde über jeden Schritt, den Du gemacht hast informiert und das mit Bild- und Videomaterial dazu.“


Der Brief des Unbekannten

In dem Brief, den Marvin als er 6 Jahre alt war, von einen unbekannten Mann bekam, stand, dass er Marvin 24-789, der Sohn eines Insulaners der UNITED-FREE-ISLANDS sei, der von den Militärs enttarnt und verhaftet wurde. Dass die Militärs kein einziges Wort aus ihm herausbekommen konnten. Dass alle Anstrengungen gescheitert waren und dass sein Vater zum Schluss qualvoll an den folgen der Folter starb. Aber lies ihn lieber selber. Hier ist er:

Lieber Marvin, nachdem Du diesen Brief gelesen hast, solltest Du ihn sofort vernichten. Das ist überlebenswichtig für Dich! Merke Dir nur das folgende: Gehe am 31. Dezember 3300 auf die große Plattform, wo getanzt wird. Steige genau um 22 Uhr auf den Mast, der sich in der Mitte der Plattform befindet und winke herum mit deiner Mütze. Tue dies 10 Minuten lang und danach gehe wieder langsam zu Deiner Kajüte. Irgendwann danach, wird sich Jemand mit Dir in Verbindung setzen und Dir weitere Anweisungen geben. Das einzige was Du jetzt wissen solltest, ist, dass Du Marvin 24-789, der Sohn eines Insulaners der UNITED-FREE-ISLANDS bist, der von den Militärs enttarnt und verhaftet wurde. Die Militärs haben aber kein einziges Wort aus ihm herausbekommen. Alle Anstrengungen scheiterten und Dein Vater starb zum Schluss qualvoll an den Folgen der Folter. Du wirst die Person, die sich mit Dir in Verbindung setzen wird, an dem was sie Dir alles erzählt, erkennen. Danach wirst Du weitere Personen treffen, die Dich immer weiter und weiter informieren werden, bis der Tag kommt, an dem Du zurück nach Hause kommen wirst. Dein wahres Zuhause Marvin ist nicht auf diesen Inseln! Sei geduldig und gelassen in allem was Du tust. Alles wird am Ende, genau so wie in den Kindermärchen, gut! Und halte Dich fern von den uniformierten Menschen Marvin. Pflege unter keinen Umständen Kontakt mit ihnen und mit ihren Gehilfen!

Marvin war 7 Jahre alt, als er den Brief gelesen hat und es war das Jahr 3289. Er ging sofort danach auf die große Plattform, wo jedes Jahr am 31 Dezember getanzt wird und schaute sich den Mast in der Mitte der Plattform an. Er stieg sofort einen Meter hoch, und winkte herum mit seiner Mütze, und schrie: "Vater, Vater – Vater ... hier bin ich.. Ich bin hier.“ Nach einer Weile stieg er wieder herunter und rannte weinend zu seiner Kajüte. Er ging seit dem Tag jeden Tag zu dem Mast und spielte dort für eine Weile. Ab und zu stieg er immer wieder auf dem Mast und schrie immer wieder: „Hier bin ich... Hier bin ich.. Vater ... Vater.. Hier bin ich Marvin 24-789.“

Eines Tages kam eine junge Frau zu ihm, während er bei dem Mast spielte und sprach ihn an: „Hallo Marvin 24-789. Ich bin Mariete 23-789. Ich habe Dich beobachtet, wie Du hier spielst und dachte, dass ich Dir etwas Gesellschaft leisten könnte, wenn Du dies wünscht.“

„Du bist Mariete 23-789? Ich bin ja auch 789 aber 24 – 24-789. Ich habe nichts dagegen, dass Du mir etwas Gesellschaft leistest. Schau mal was ich heute hier gefunden habe. Das ist ein goldenes Kreuz und an dem hängt ein Mann. Es sieht so aus, als hätte ihm jemand an das Kreuz hin genagelt und ermordet. Warum tut man so etwas? Gibt es so böse Menschen?“

Nein! Nein! Es gibt keine böse Menschen auf der Welt Marvin. Es gibt nur Menschen, die verwirrt sind und wissen nicht was sie tun. Es gibt aber auch Menschen, die nicht verwirrt sind und wissen genau was sie tun, aber sie tun es trotzdem. Dann passieren immer wieder derartige böse Dinge. Aber alle Menschen sind Geschöpfe Gottes und man sollte dies respektieren und sie alle ehrenhaft und würdig behandeln. Das Gute steckt in allen Menschen drin Marvin, aber viele Menschen unterdrücken es und lassen es nicht heraus-"

„Das ist aber komisch! Ihnen selber würde es sehr weh tun, wenn man sie selber an so ein Kreuz hin nagelt, aber sie haben es trotzdem getan.“ Dann schaute Marvin Mariete in die Augen, während seine Augen begannen, sich mit Tränen zu füllen und bevor die Tränen hinausflossen, sagte er leise mit heulender Stimme: "Auch meinen Vater haben sie ermordet.“

Danach brach er in Tränen aus und heulte mit so großen Tränen, dass sein Hemd gleich nass davon wurde.

Mariete hob ihn sofort hoch, drückte seinen Kopf an ihren Kopf und sagte:

„Weine Marvin, weine.. Das tut gut! Aber Gott wird eines Tages auch Deine Tränen wegwischen und Dein Leid mittragen, so dass für Dich alles erträglicher wird. Du wirst nicht mehr den Schmerz beachten, sondern die Heilung. Und Du wirst nicht nach Vergeltung streben, sondern nach Versöhnung. Und Du wirst die Menschen verurteilen und auffordern Stellung für ihren Taten zu nehmen und künftig das Böse zu unterlassen. Es wird alles wieder gut Marvin, Es wird alles wieder gut."

Im gleichen Augenblick hat Marvin aufgehört zu weinen und war wie verwandelt. Er strahlte eine unheimliche Ruhe aus und seine Augen waren völlig trocken.

Mariete traute ihren Augen nicht, was da plötzlich geschah. Marvin war erst 8 Jahre alt. Es kann nicht sein, dass er so schnell die Botschaft über Gott und seine Macht zu heilen, verstanden hat.

Dann begann aber Marvin zu erzählen, dass er dieses Kreuz nicht gefunden hat, sondern, dass es seinem Vater gehört hat. Der Kreuz wurde ihm zusammen mit einem Brief übergeben und auf einem Zettel stand: Gott, unser Schöpfer wird für immer und ewig bei Dir sein und wird Dich begleiten und beschützen auf allen Deinen Wegen! Auf Wiedersehen Marvin und sei nicht traurig, denn mir geht es jetzt gut in der Gegenwart unseres Gottes und Vaters, der eines Tages auch Dich in seine Herrlichkeit aufnehmen wird. Dann wirst Du mich kennen lernen Marvin und wir werden nie wieder von einander getrennt werden.

„Ich habe inzwischen immer wieder von Gott geträumt“, sagte Marvin. Er hat einmal zu mir geredet und mir gesagt: "Mache Dir künftig keine Sorgen Marvin. Ich bin Gott, der Schöpfer aller Dinge und Du bist mein Kind. Ich werde immer bei Dir sein und es wird nicht mal ein Härchen von Dir geben, das Du verlierst und ich dies nicht merken würde.“

„Ich bin so froh, dass Gott immer bei mir ist Mariete, sagte Marvin. Und ich bin sehr froh, dass auch Du ihn kennst. Was alles hat er zu Dir bis jetzt gesprochen? Seit wann kennst Du ihn? Gibt er auch Dir immer wieder Zeichen, die Du erkennst und weißt, dass sie von ihm kommen? Für mich bist Du so ein Zeichen Mariete. Das tut mir so gut. Du kannst es Dir sicher vorstellen wie gut es mir tut, wenn sich auch ein Mensch um mich kümmern möchte. Gott hat mal zu mir gesagt: Ich werde Dir auch Engel schicken, die sich um Dich kümmern werden. Du bist ein Engel Mariete. Nicht war?..“

Mariete war vollkommen platt! Wie ist es möglich, dass ein Kind, so schnell, so eine Beziehung zu Gott aufbauen konnte, fragte sie sich. Aber dann viel ihr der Satz an: Werdet wie die Kinder usw..

Beide trafen sich seitdem regelmäßig und Mariete spielte mit ihm und übermittelte ihm alles was sie an Wissen und Können hatte.

Die Jahre vergingen sehr schnell und plötzlich war es soweit. Der 31 Dezember 3000 war angebrochen. Marvin war so was von aufgeregt, dass er an dem Tag nichts essen konnte. Er traf sich am Nachmittag auch mit Mariete, die so einen tollen Kuchen gebacken hatte, der so verlockend duftete, dass nur ein schwer kranker Mensch darauf verzichten würde davon zu probieren. Marvin hat kein Stück davon gegessen und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er heute Abend so einen wichtigen Termin hätte, dass er vor Aufregung gleich sterben würde. „Das kenne ich Marvin erwiderte Mariete. Auch ich habe heute Abend einen sehr wichtigen Termin und deswegen würde ich mich jetzt etwas ausruhen und sogar 2 – 3 Stunden schlafen. Du darfst aber hier bleiben, wenn Du willst.“

„Das ist eine gute Idee, erwiderte Marvin. Auch ich gehe jetzt lieber in meine Kajüte und werde versuchen mich auszuruhen.“

Marvin näherte sich dem Mast und sein Herz pumpte als wäre ein Krieg ausgebrochen

Um Punkt 22 Uhr kletterte er mindestens 3 Meter hoch und hatte damit begonnen mit seiner Mütze zu winken. Erst nach 10 Minuten kam er wieder herunter, drehte sich um und wer stand direkt vor ihm? Mariete!

„Du bist doch nicht etwa die Person, die ich heute hier treffen sollte"? fragte Marvin.

„So wie es aussieht schon“, erwiderte Mariete.

Gleich danach packte sie ihn an der Hand und sagte:

„Unsere Freundschaft ist hier zu Ende Marvin. Ich muss jetzt meine Pflicht erfüllen und dabei gibt es keinen Platz für freundschaftliche Gefühle. Ab jetzt sind wir per Sie und wir müssen möglichst schnell Einiges erledigen und ich werde danach untertauchen.“

Danach umarmte sie ihn und flüsterte ihm ins Ohr: „Aber wir werden uns wieder sehen Marvin. Du bist ja jetzt für mich auch so wie mein eigener Sohn geworden.“ Gleich danach packte sie ihn an den Schultern mit beiden Händen und schaute ihm direkt in die Augen, die inzwischen voller Tränen waren. Dann flüsterte sie noch nach mit heulender Stimme: „Versprochen Marvin... versprochen... wir werden uns danach wieder sehen...“



Jurina auf dem Mars

Jurina landete auf dem Mars am 31 Dezember 3338. Sie wurde gleich verhaftet und zu dem obersten Befehlshaber Admiral Benino Muskolini 018 gebracht.

Bevor sie landete, hat sie 60 Tage lang mit ihm verhandelt, bis sie ihn überzeugen konnte, dass es besser ist, mit ihr zu kooperieren, als sie auszuschalten.

Jurina hat dafür gesorgt, dass die gesamte Kommunikation über Computer auf dem Mars zusammenbricht. Sie hat auch eine Art Viren im Umlauf gebracht, die nicht nur die Kontrolle über jeden Prozessor und jeden Datenträger übernahmen, sondern auch die gesamte Geschichte der UNITED-MILITARY-ISLANDS in jedem Datenträger archivierten.

Dadurch hat sie die Herrscher erpressen können. Entweder müssten sie mit ihr kooperieren, oder in Kauf nehmen, dass sie die archivierten Daten frei gibt und dass jeder Zugehörige der Armee die gesamte Geschichte samt aller dreckigen, gemeinen und ehren- und würdelosen Taten der Militärs erfahren würde. Außerdem könnte sie auch absolut alle Computer lahm legen und unbrauchbar machen, was die Gesellschaft in das Steinzeitalter versetzen würde.

„Unsere Vorgänger hatten keine andere Wahl“, sagte Benino. „Die Politiker haben versagt, nicht die Militärs. Wir haben schon immer nur unsere Pflicht erfüllt. Irgendwann mussten wir aber die Macht übernehmen, um zu vermeiden, dass Chaos und Rechtlosigkeit herrscht“.

„Die Macht übernehmen! Allein der Ausdruck ist eklig“, erwiderte Jurina! „Das Wort an sich ist abstoßend! Wie können nur Menschen so tief fallen und nach Macht streben? Es gab so viele Beispiele in der Geschichte der Menschheit, die es gezeigt haben, dass Macht immer zu Unfrieden, zu Unterdrückung, zu Unrecht und zu Verbrechen usw. führt. Alle Machtbesessene wissen es und missbrauchen trotzdem ihre Positionen bzw. Ämter. Ob bei den Königreichen, bei den Kommunisten oder bei den Nazis, es gab nur Unrecht und Zerstörung! Sogar die demokratisch regierten Ländern haben versagt.“

„So viel ich informiert bin, stammst Du aus einer Familie, die sehr eng mit den Kommunisten in der DDR gearbeitet hat Jurina", sagte Benino. „Erzähle mir bitte nichts über Recht und Unrecht. Das hier hat man in den Archiven gefunden. Lese es selber durch. Das hat einer aus Deiner Familie geschrieben, der selber Kommunist war und einen sehr engen Kontakt mit den russischen Kommunisten pflegte“:

Genossen und Genossinnen, es bricht eine neue Zeit für uns alle an. Es wurde beschlossen, neue Wege in dem Kampf gegen den Kapitalismus zu gehen. Die Berater unseres Führers des Genossen Gobartov haben ihm den folgenden Brief gesendet und ihn aufgefordert alles umzusetzen:

Genosse Gobartov, wir haben es bis jetzt nicht geschafft die westlichen Ländern zu schwächen und destabilisieren. Daher sollten sie jetzt die DDR an die Bundesrepublik Deutschland übergeben und die osteuropäischen Grenzen öffnen. Wir werden dann die Bundesrepublik Deutschland und die anderen westlichen Länder, von innen heraus zerstören. Sorgen sie besonders dafür, dass möglichst viele Söhne und Töchter von unseren Genossen und Genossinnen in die Ämter der Bundesrepublik Deutschland eingeschleust werden. Der Rest wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sie das westliche System ins schwanken bringen werden. Die Justiz und das Rechtssystem sind sehr stabil und solide, aber mit der Zeit werden wir auch diese Strukturen zerstören können.

„So war das damals Jurina! Ob Du es wahr haben willst oder nicht. Im Jahr 1989 wurde DDR an die Bundesrepublik Deutschland übergeben. Seit dem haben viele Söhne und Töchter von Kommunisten Jobs in den Ämtern bekommen. In der Bundesrepublik Deutschland haben die Beamten in der Regel den Bürgern gedient und sich darum gekümmert, dass alles eine eiserne Ordnung hat und dass es zu keinem Amtsmissbrauch kommt. Schon 10 Jahre nach der Wiedervereinigung gab es aber Beamte, die nicht den Bürgern dienten und sie bedienten, sondern damit begonnen haben, die Bürger zu richten, zu betrügen, zu erpressen etc... sowie es in der DDR und in den sonstigen kommunistisch regierten Ländern war! Die Folge dessen war, dass immer mehr und mehr Bürger entsprechende Maßnahmen ergriffen haben, um sich vor den Beamten schützen zu können. Das hat dazu geführt, dass viele Bürger ihr Vermögen bzw. ihre geschäftlichen Aktivitäten ins Ausland verlegt haben. Der deutsche Staat an sich hat dauerhaft und ständig für gute und unternehmensfreundliche Bedingungen in Deutschland geworben, aber das reichte irgendwann nicht mehr, um den Flucht der Investoren bzw. die Kapitalflucht zu stoppen. Es waren also die Kommunistensöhne und Töchter schuld an der Misere, und nicht die Militärs. Das musst Du doch verstehen können...“

„Es war schlimm, was passiert war“, erwiderte Jurina. Wenn ihr das alles kennt und trotzdem dasselbe tut, was die Kommunisten und die Nazis getan haben, ist es aber um so schlimmer. Mag sein, dass meine Familie damals zu den Menschen gehörte, die andere Menschen unterdrückt, gefoltert und ermordet haben, aber ich gehöre nicht dazu und ich distanziere mich hiermit offiziell von meinen damaligen Familienangehörigen. Das empfehle ich jedem, der hier auf dem Mars lebt und Macht über andere Menschen ausübt. Ich werde sonst alle Informationen über die Machenschaften des Militärs freigeben.“

„Du wirst gar nichts mehr tun können Jurina. Du wirst diesen Raum nie wieder verlassen... Auf jeden Fall nicht lebend", sagte Admiral Muskolini mit einer drohenden Stimme und packte Jurina an dem Hals mit beiden Händen. Sie verpasste ihm aber in demselben Moment einen Schlag mit dem Knie in die Genitalien, wobei er so schreien musste, dass die Fenster in dem Raum vibrierten und er lies dabei natürlich auch Jurina los. Im selben Moment öffneten sich gleichzeitig mehrere Türen und in den Raum stürmten schwer bewaffnete Soldaten, die sich sofort zwischen ihn und Jurina positionierten.

„Last mich zu ihr!" schrie der Admiral. „Was denkst Du wer Du bist? Du dreckige Hure.. usw..“ Er beschimpfte sie 5 Minuten lang und beleidigte sie mit allen möglichen ekligen Ausdrücken. Nachdem er seinen Wortschatz ausgeschöpft hatte und in dem Raum ruhiger wurde sagte Jurina mit einer ruhigen aber auffordernden Stimme: "Sie haben genau noch 45 Minuten, um mich zu meinem Helikopter zu bringen, um zu verhindern, dass alle diese Männer hier, die Dich beschützen sollten, die Wahrheit über alles was damals geschah, erfahren. Dazu kommt, dass danach, die gesamte Kommunikation und sogar die Stromversorgung lahm gelegt werden. In genau 44 Minuten wird dies an diesen 2 Orten geschehen. Zuerst werden alle Drucker die wahre Geschichte der UNITED-MILITARY-ISLANDS ausdrucken und danach werden die Kommunikation und die Stromversorgung lahm gelegt. Und das alles ganz automatisch! Ich habe schon alles so programmiert, dass nur ich es stoppen könnte! Und übrigens, Du hast illegal eine Villa an dem Sonnensee errichten lassen, die Du privat für Dich verwendest. Das ist aber Machtmissbrauch! Wusstest Du dies etwa nicht?"

Dann schrie er zu den Soldaten: „Erschießt Sie... erschießt Sie auf der Stelle...!“

Die Soldaten zögerten aber den Befehl auszuführen und er würde richtig wütend. Er zog dann seine Waffe und wollte sie laden, aber im gleichen Moment stürmten weitere schwer bewaffnete Soldaten in den Raum, die ihn festhielten und entwaffneten. Dann kam in den Raum eine nicht uniformierte Person und kündigte an, dass sie von der Verwaltungsunion der Militärs damit beauftragt wurde, Admiral Muskolini zu entmachten und ab sofort das Kommando zu übernehmen.

„Die UNITED-MILITARY-ISLANDS wird hiermit aufgelöst“, kündigte sie an. Alle Soldaten sollten ihren Waffen und Kleidung in der Verwaltung abgeben.“ Künftig wird es keine Arme und keine Kriegsmaschinerie mehr geben. Es wird eine Gesellschaft erschaffen, die nach dem Modell der UNITED-FREE-ISLANDS aufgebaut wird. Es wird keine Herrscher und keine politische Strukturen geben. Es wird eine, sich selbst verwaltende Demokratie aufgebaut, bei der absolut alle in Freiheit und in Unabhängigkeit von anderen Menschen leben können. Es wird das folgende Prinzip angewendet:

Jedem das Seine! Allen dasselbe! Aber ohne wenn und aber und ohne entweder oder.

Das Wort Macht wird es künftig nicht mehr geben und es wird das Wort Pflicht verwendet, wenn eine bestimmte Person, aus welchen Grund auch immer, über Etwas, das andere Personen betrifft, Entscheidungen treffen müsste oder sollte.

Die Gesellschaft soll sich nach Interessengemeinschaften bilden und organisieren, die dazu verpflichtet sind, sich an den Grundsatz zu richten: Keiner darf, wem auch immer und auf keine Art und Weise, schaden und nur dann Andere unterstützen, wenn er sich sicher ist, dass diese keine Aktivitäten betreiben, durch die Jemand geschadet werden könnte.

Sogar Admiral Muskolini soll davon profitieren. Er soll entwaffnet, entmachtet und in seine Villa an den Sonnensee gebracht werden, wo er über alles in den kommenden Jahren nachdenken kann. Sollte er irgendwann erkennen, was es bedeutet, die Rechte von jedem Einzelnen anzuerkennen und zu wahren, sollte er die Möglichkeit bekommen, sich zu UNITED-FREE-ISLANDS zu bekennen und künftig ausschließlich Unterstützung zu leisten, um selber Unterstützung zu bekommen.

Absolut Jeder soll die Möglichkeit bekommen, seine Missetaten wieder gut machen zu können und die Schäden, die er angerichtet hat, zu beheben."

„Und jetzt los! Aufgeht’s! Dali dali! Davaj Davaj… an die Arbeit. Es gibt viel zu tun, bis wir das alles, was unsere Väter und Mütter angerichtet haben, wieder gut gemacht haben.“



Und irgendwann geht es hier weiter....

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